Heldenprinzip: Projektmanagement-Interview mit Nina Trobisch

Nina Trobisch, Dramaturgin für VeränderungsprozesseNina Trobisch ist Dramaturgin für Veränderungsprozesse und als systemische Beraterin für die Lumen.Organisationsentwicklung.Inspiration.Coaching GmbH in Unternehmen, Teams und Projekten tätig. Im November 2009 übernahm die diplomierte Theaterwissenschaftlerin und Dramadozentin die Forschungsleitung des Projekts „Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip“, das von einem interdisziplinären Team des Zentralinstituts für Weiterbildung (ZIW) an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) in enger Zusammenarbeit mit Berliner Unternehmen umgesetzt wird.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt wird ein neuartiges Modell von Innovationsmanagement entwickelt und gemeinsam mit Unternehmen und Führungskräften praktisch erprobt. Das Modell soll Firmen dabei unterstützen, Innovationsprojekte erfolgreich umzusetzen sowie Marktveränderungen und wirtschaftliche Schwankungen zu meistern. Dabei geht es sowohl um die Entwicklung von Unternehmen als auch um die Entwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern.

Can Do: Eine Funktion von Mythen ist der Transfer von Wissen und Erfahrung in Form von Geschichten. Die unterschiedlichen Mythen der Menschheit – wie die antiken Mythen, das Gilgamesch-Epos, der Osiris-Mythos oder die Edda-Lieder – haben dabei Gemeinsamkeiten, wie bspw. ähnliche Grundstrukturen und Protagonisten. Das Heldenprinzip®. greift diese Grundstruktur auf und bietet damit einen Leitfaden für das Meistern von Veränderungs- und Entwicklungsprozessen. Worin besteht dieses Heldenprinzip® und welches Wissen wird dadurch vermittelt?
Projektmanagement-Interviews von Can DoNina Trobisch: Schon immer wollten Menschen Wissen austauschen, Erfahrungen teilen und Erkenntnisse an die nachfolgenden Generationen weitergeben. In einer Zeit, in der es weder Zeitung, Fernsehen noch Internet gab, erzählte man deshalb Geschichten. Spannende bildmächtige Handlungen fesselten die Menschen und ermöglichten ihnen somit ein nachempfindendes Erleben. Lebendig veranschaulichen Mythen und Märchen die menschlichen Grundthemen in einer Vielzahl von Variationen. Eines dieser Hauptthemen, dem wir uns, ob wir nun wollen oder nicht, immer stellen müssen, ist der Prozess des Wandels. Es ist ein Grundprinzip der Natur und damit auch ein Grundprinzip sozialer Erscheinungen. So liegt es auf der Hand, dass die Bewältigung von Veränderung eine große Rolle in den Mythen spielen muss, ja es gibt sogar eine „Sorte“, die sich explizit damit befasst: die Heldenmythen. Hier sind die Erfahrungen der Menschheit im Umgang mit Wachstum und Reifung verdichtet. Lesen wir solche aufreibenden oder auch anrührenden Entwicklungsgeschichten, bewegen sie uns heute wie gestern.

Warum ist das so? Über alle Zeiten und Kulturen hinweg verbindet die Menschen die Einsicht in den Verlauf des Wandels und deshalb spüren wir, dass die Herausforderungen eines Heldenweges für uns nachvollziehbar und eingängig sind. Denn ob real oder fiktiv, Mann oder Frau, Individuum, Gruppe oder Unternehmen, ein Entwicklungs- und Veränderungsprozess vollzieht sich stets nach einem immer ähnlichen Muster. Diese Dramaturgie der Veränderung ist ein kollektives Wissen, das jeder kennt. Bewusst oder unbewusst nehmen wir es in Filmen, Büchern, Games und eben vor allem auch im eigenen Leben wahr.
Archetypische Schrittfolge des Helden (© Graphik: Kerstin Kais)Das Heldenprinzip® adaptiert die archetypische Schrittfolge auf individuelle und organisationale Prozesse in der heutigen Arbeitswelt. Der HELD ist dabei das Sinnbild für den oder diejenigen, die sich auf den Weg machen (müssen), das PRINZIP die typische Schrittfolge dieses Weges. Hierbei greift es die Analogie zwischen dem charakteristischen Heldenweg und den Dynamiken der Gegenwart auf. Bei beiden durchleben die Protagonisten einen Entwicklungszyklus und stehen mit ganzer Kraft, Herzblut und allen Sinnen für die Erfüllung ihres Anliegens ein. 

Can Do: Mit dem Heldenprinzip® lässt sich ein roter Faden in Veränderungsprozessen beschreiben, der sich in die drei Akte „Aufbruch“, „Abenteuer“ und „Rückkehr“ gliedert. Dieser dramaturgische Aufbau spiegelt z.B. auch den Verlauf von Projekten wider. Welche „Lessons Learned“ kann der Projektmanager für seine Projekte vom Vorgehen der Helden bei der Gralssuche, im Labyrinth des Minotaurus oder im Kampf um Troja übernehmen?
Nina Trobisch: Der heilige Gral ist ein Ruf, für den es sich lohnt, aufzubrechen. Im Labyrinth des Minotaurus besteht Theseus seine höchste Prüfung, denn er ist bereit, das kaum Schaffbare, Unmögliche zu leisten. Ihn unterstützen dabei die Liebe von Ariadne und die Klugheit des Dädalus. Allein hätte er zwar den Minotaurus besiegt, aber wäre im Labyrinth jämmerlich zugrunde gegangen. Der Kampf um Troja beschreibt die Solidarität einer Gemeinschaft, unendliche Anstrengungen und Verluste, aber ebenso die Schrecken eines blinden, sich verselbstständigenden Machtkampfes. 

Projektmanager können die Schrittfolge des Heldenweges in Projekten vor ihrem geistigen Auge mitlaufen lassen. Die drei Akte teilen sich in zwei grundsätzlich verschiedenen Sphären: Zum einen die bekannte Welt, ein vertrautes Terrain, dessen Muster und Gewohnheiten geläufig sind, und zum anderen die unbekannte Welt: Gefilde, die fremd und nicht überschaubar sind. Diese zwei Welten sind getrennt durch eine Schwelle. In 11 archetypischen Szenen beschreibt das Heldenprinzip® den steinigen Weg vom Vertrauten ins Neue sinnstiftende Unbekannte. 

Diese metaphorische Struktur ermöglicht dem Projektmanager sowohl die Projektphasen, das Team, als auch sich selbst im Projektalltag anders wahrzunehmen, als Menschen aus Fleisch und Blut, die Visionen und Ängste haben, die sich vorher nie Gewagtem stellen müssen, die über sich hinauswachsen. Das Heldenprinzip® ist ein völlig anderes Paradigma, mit Handeln im Ungewissen umzugehen. Anstelle von noch mehr Analyse, Planung und Interpretation der oft unerwarteten und überraschenden Dynamiken des Alltags tritt der kreativ-sinnliche Umgang damit. Um mit einem Bild des Mythos zu sprechen: Wenn der Drache kommt, geht es nicht darum, herauszufinden, warum er auftaucht, sondern aus dem Moment heraus das Richtige zu tun. Dabei kann der Projektleiter, das Team, der Einzelne auf seine Intuition und Kreativität bauen. Und: wenn allen klar ist, warum das Engagement sinnvoll ist, werden auch die richtigen Entscheidungen getroffen und kraftvoll gehandelt. Denn: Am Anfang des Heldenweges steht der (gemeinsame) Ruf. Im Aufbruch sammelt das Team Konzentration, Kraft und die nötigen Hilfen für das Projekt. Dann folgt eine intensive, spannungs- und damit auch konfliktreiche Zeit in der unbekannten Welt, der Landschaft der Prüfungen, Bewährungen und Gefährdungen. Die ist abgeschlossen mit dem Glückmoment des Elixiers – das Team darf stolz sein und sich freuen. Nun braucht es die gebündelte Kraft für den Rückweg allen Widerständen zum Trotz – denn das Projekt ist ja noch nicht abgeschlossen, verankert, übergeben. Mit Hartnäckigkeit und tiefer Überzeugung vom Sinn geht der Held bis zum Ende – bis zur Umsetzung seiner Idee und Lösungen in einem größeren Rahmen. 

Das und vieles mehr können wir aus der Struktur des Heldenweges für unsere gegenwärtigen Projekte mitnehmen.

Can Do: Das Heldenprinzip® liefert dem Projektmanagement also eine gewisse Orientierung, die sich schon vor Hunderten von Jahren bewährt hat. Aber auch der Projektmanager selbst kann seine personale Kompetenz ausbauen, indem er das Heldenprinzip® verinnerlicht. Was kann der Projektleiter von Odysseus, König Arthus oder vom germanischen Helden Beowulf lernen? Was kann er auf seiner Heldenreise entdecken und gewinnen?
Der Held verlässt die vertraute Welt und betritt unbekanntes Terrain (Grafik: © Kerstin Kais)Nina Trobisch: Ich würde die Aufzählung dieser mythischen Figuren gern ein wenig erweitern, denn nicht nur in diesen Mythen ist die Schrittfolge sinnträchtig. Auch ein „tapferes Schneiderlein“, das sich aufmacht aus seiner kleinen Welt der Nähstube in das Unbekannte der großen Welt, folgt diesem Entwicklungsweg. Er wird keine Riesen dank seiner Körperkraft überwältigen. Aber seiner Gewitztheit und kreativen Lösungen lassen ihn zum König werden. Ein „Aschenputtel“, durch den Tod der Mutter in die schonungslose Welt der Stieffamilie geworfen, trotzt mutig der Gefühlskälte und bleibt liebesfähig und autonom. Mit Hilfe von Mentoren und helfenden Kräften findet sie den Weg zu der Welt, in der sie ihre Emotionalität leben darf.

Vielfältig gespiegelt finden wir also in den Heldenreisen die Transformation des oder der Protagonisten. Sie beginnen ihre Reise als jemand, verabschieden sich von gewohnten alten Strukturen und kehren zurück als ein anderer. Diese Andere ist eine gereifte Person oder Gruppe, die sich in der unbekannten Welt völlig neue Kompetenzen angeeignet. Diese Kompetenzen beziehen sich meist nicht vordergründig auf Wissen, sondern auf die Art und Weise, sich selbst in Beziehung zur Umwelt wahrzunehmen und Aufgaben zu bewältigen. Es verändert sich die Identität. In den Mythen sind das z.B. Identitätsentwicklungen vom Jüngling zum anerkannten Mann, von der ahnungslosen Prinzessin zur liebenden Frau.

Projektleiter, die ein Seminar nach dem Heldenprinzip® besuchen, entwickeln genau die Bestandteile Ihrer Persönlichkeit weiter, die in ihnen angelegt, aber noch nicht entfaltet sind. Sie begeben sich in die Räume ihrer Identität, die sie noch nicht betreten haben und füllen sie mit Aktivität; ihrem Mut, ihrer Kreativität, ihrer Emotionalität und ihrem Geist. Sie entwickeln sich in ihrer Rolle als Projektleiter und in ihrer Balance zwischen den verschiedenen Rollen ihres Lebens. Ein Projektleiter meinte nach einem unserer Seminare: „Hier werden Schwellen errichtet, damit ich sie überwinden kann“; eine Projektleiterin meinte „Ich habe eine ganz andere Perspektive auf mich und mein Handeln bekommen“. Das ist unser Weg zu innerer Stärke, die Förderung aktiven-ethischen Handelns.

Nina Trobisch plädiert für ein neues Projekt-Verständnis Can Do: „Nichts ist so beständig wie der Wandel“, wusste schon Heraklit von Ephesus. Unternehmen und Institutionen sind einem steten Innovations- und Veränderungsprozess unterworfen. Wollen sie dabei erfolgreich sein, müssen sie das Potential ihrer Beschäftigten in diesen Entwicklungsprozess integrieren. Was können Unternehmen von den Heldenfiguren lernen?
Nina Trobisch: Das aktuelle Leitbild von Projekten besteht doch immer noch darin, dass ideale Projekte linear und gleichförmig verlaufen. Tools und Handlungsabläufe richten sich entsprechend diesem Leitbild aus. Es wird versucht, dem Risiko mit vernünftigen, gar wissenschaftlichen Methoden unter dem Postulat der Berechenbarkeit betrieblicher Abläufe zu begegnen, wie sie etwa die klassischen Projektmanagement-Handbücher vorgeben. Dies führt zu Paradoxien. Da soll die Planung optimiert werden bei Zunahme von Unsicherheit. Da wird die Arbeitsintensität und der Umfang erhöht bei gleichzeitiger Dynamisierung der Arbeitsabläufe. Da wird der Mensch in Arbeitspaketen verteilt, obwohl er ganzheitlich handeln muss. Nicht-Planbares ist Störfall, statt Normalität in stark veränderlichen Umwelten.

Die konträren Anforderungen sollen mit einem „Mehr-desselben“ gesteuert werden. So verkehrt sich der gewünschte Projekterfolg nicht selten ins Gegenteil: (1) Aufgrund ineffizienter Projektabwicklung scheitert eine Vielzahl der Projekte und wird nicht im vorgegebenen Ressourcenrahmen abgewickelt. (2) Aus Projekt-Leitern werden Projekt-Leider, die sich fremdgesteuert und machtlos, als reine „Erfüllungsgehilfen“ fühlen, mit großer Verantwortung, aber wenig Gestaltungsspielraum. Viele Projektleiter empfinden diese Paradoxien als Belastung und Druck. Sie erkennen, dass die bekannten Vorgehensweisen schon lange an ihre Grenzen stoßen. Das Bedürfnis nach adäquaten Konzepten zur Unterstützung ihres persönlichen Professionalisierungsprozesses wächst.

Wir suchen also nach dem „Was-stattdessen“ und plädieren dafür, ideale Projekte anders zu definieren. Ein neues Leitbild spiegelt die These wider, dass innovative Projekte eher zirkulär ablaufen, mit einem Wechsel von Spannung und Entspannung, mit Höhepunkten und Ruhepunkten. Das Verständnis für die Dramaturgie von Projektverläufen als immer wiederkehrende Abfolge von Aufbruch, Weigerungen, Überwindung von Hindernissen, Bewältigung von Prüfungen sowie der Rückkehr in einen Unternehmensalltag der Linienorganisation kann Projektleiter dabei unterstützen, Turbulenzen, Rückschläge und Krisen im Projektalltag produktiv anzunehmen und effektiv zu bewältigen.

Das Unternehmen lernt anhand dieser Fragestellungen, die dem archetypischen Grundmuster des Heldenwegs entlehnt sind, frühzeitig und offen dem eigenen Entwicklungs- oder auch Innovationsbedürfnis zu folgen. Die Frage ist doch, warum ein Unternehmen mit der Veränderung warten sollte, wenn klar ist, dass der schwierige Weg so oder so gegangen werden muss? Je früher aber ein solcher Prozess angestoßen wird, desto stärker ist die Organisation mit ihrem Vertrauen, mit ihrem Wissen, Selbstbewusstsein und oft auch mit ihren finanziellen Ressourcen. Hier geht es uns nicht um Prozesse, die angestoßen werden, damit sich eine Führungskraft profilieren kann. Es geht um das Erkunden der ureigenen Entwicklungsbedürfnisse der Organisation, die bereits den Keim des Neuen enthalten. Ein Kippbild dazu: Theseus ist von Athen losgezogen, um weitere Opfergaben an den Minotaurus zu beenden – die Abhängigkeit des Stadtstaates vom Widersacher. Ein Unternehmen kann ausziehen, um die einseitige Abhängigkeit von einer begrenzten Kundenzahl zu reduzieren – sie hängt als Damoklesschwert über Allem, was das Unternehmen und seine Menschen gerade tun, und hat schon viele „den Kopf“ (die Stelle, die Würde, die Selbstachtung) gekostet.

Can Do: Gemeinsam mit der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) und der Lumen GmbH haben Sie in einer Befragung mit dem Titel „Projektarbeit im Heldenprinzip. Anforderungen, Kompetenzen und Bedarfe im heutigen Projektmanagement“ die aktuelle Situation von Projektleitern in Projekten durchleuchtet. Welches Bild konnten Sie durch die Befragung von den Projektleitern zeichnen? Wo liegen die Stärken und in welchen Bereichen benötigen sie Unterstützung?
Nina Trobisch: Ausgangspunkt der Befragung waren drei zentrale Gedanken: Wir meinten, Kreativität, Autonomie und Vertrauen sind wichtige Ressourcen der Projektleiter. Zweitens gingen wir davon aus, dass Projekte spannungsvolle Entwicklungsprozesse sind, in denen sehr viel mehr aktiv-ethisches Handeln gefordert ist als regelgeleitetes oder trainiertes Handeln. Drittens erkundeten wir, inwieweit die Entwicklung nach dem Heldenprinzip® die persönliche Stärke von Projektleitern und die Stärke von Teams erweitern hilft. Im Ergebnis fanden wir tatsächlich heraus, dass der moderne Projektleiter, die moderne Projektleiterin über eine Menge an Wissen verfügt. Sie sind gut ausgebildet im Projektmanagement und beherrschen eine Vielzahl technischer Tools, die das Projektmanagement unterstützen. Sie sind auch stark und mutig, denn wir fanden hohe Motivation für verantwortungsvolle und spannende Projekte mit viel Erfolg.

Wir fanden aber auch heraus, dass die Projektleiter/innen für die Bewältigung der vielen verschiedenen Situationen und Anforderungen der Projektarbeit Kraft, Kreativität und Sinn benötigen. Dies sind Ressourcen, die sich über längere Zeiträume verbrauchen, und immer wieder neu aufgebaut bzw. neu justiert werden müssen. Deshalb wurde in der Studie ein hoher Bedarf an kollegialer Unterstützung deutlich, der gegenwärtig offenbar nicht befriedigt wird. Zugespitzt formuliert: Projektleiter sind einsam. Es ist für uns deshalb nicht überraschend, dass in unseren Seminaren zum Heldenprinzip® der hohe Anteil an persönlicher Begegnung, Wertschätzung und Austausch enorm geschätzt wird.

Und als drittes Ergebnis (die drei als magische Zahl?) hielten wir fest, dass Projekte das bleiben, als was sie definiert sind: herausfordernde und risikoreiche Vorhaben. Sie verlaufen niemals glatt. Es gibt Spannungsbögen, kleine und größere Krisen, Erfolge und Misserfolge. Mit Vertrauen in den Prozess, in die Beziehungen zu Kollegen, Vorgesetzten und Stakeholdern sind viele dieser Situationen gut zu meistern, ohne ständig an die Grenzen der Belastbarkeit zu gelangen. Diese Ergebnisse erfordern ein neues Denken im Projektmanagement, was auch explizit in der Befragung gefordert wurde.

Can Do: Kaum ein Abenteuer der Helden alter Mythen verläuft planmäßig – selbiges gilt für Projekte. Fantasie und Kreativität sind dann die Instrumente, mit deren Hilfe Helden ihre Aufgaben meistern können. Von welchem Held können Projektmanager Ihrer Meinung nach am meisten lernen? Welche Mythensammlung empfehlen Sie Projektleitern zur Lektüre?
Nina Trobisch: Ich finde tatsächlich die Artussage sehr schön, weil in ihr so vielfältige Protagonisten in ihrem Weg und ihrer Besonderheit beschrieben werden. Sie alle eint die Suche nach dem heiligen Gral, der mehr ist als nur Erfolg oder Gewinn. Die Suche nach dem Geschenk, dem Sinn und dem Mehrwert des Lebens. Sie handeln in ritterlichen Tugenden, die oftmals viel mit Wertschätzung und Würdigung des Anderen zu tun haben. Sie sind eine Gruppe, die sich einer Sache verschrieben haben und bleiben doch in ihrer Individualität, mit je unterschiedlich auftretenden Höhen und Tiefen sichtbar. Ansonsten schlage ich vor, wieder einmal in die Märchenbücher zu schauen und den dort beschriebenen Akteuren nachzuspüren.

Wir danken Ihnen vielmals für das sehr interessante Gespräch

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