13.09.2011
Der Grundgedanke: Viele Projekte sind einfach zu komplex und unvorhersehbar, um sie von Beginn an sicher einschätzen zu können. Scrum versucht somit, komplexe Projekte zu vereinfachen und einzelne Teilschritte immer neu zu betrachten und unter Berücksichtigung neuer Voraussetzungen anzupassen.
Besonderes Gewicht wird darauf gelegt, den Kunden oder Anwender von Anfang an mit einzubinden. Auf umfangreiche Dokumentation wird weitgehend verzichtet, der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung des Produktes und seiner Ausgestaltung. Dabei werden feste Zeitabstände festgelegt und dann eisern eingehalten. Durch den dadurch erzielten Rhythmus können sich das Scrum-Team und der Auftraggeber genau darauf einstellen, wann der nächste Entwicklungsschritt erarbeitet ist und das jeweilige Teilergebnis präsentiert wird. Die Abstände werden bewusst sehr kurz gehalten und liegen im Bereich von 2-3 Wochen. Dann findet unter Anwesenheit der Auftraggeber eine Vorführung der bis dahin fertiggestellten Ergebnisse statt. Damit wird der Forderung nach Agilität entsprochen, denn Abweichungen oder Fehler können somit unmittelbar erkannt und in der Folgeperiode korrigiert werden.
Ein weiterer festgelegter Rhythmus betrifft die Arbeit des eigentlichen Entwicklungs- oder Scrum-Teams. Beim täglichen Scrum-Standup (Dauer exakt 15 Minuten) werden der Fortschritt und die Hindernisse bei der Entwicklung oder Programmierung des Vortages sichtbar festgehalten. Hindernisse werden danach zeitnah ausgeräumt, das Team spricht sich ab, was als nächstes angegangen werden kann. Dies ermöglicht eine hohe Transparenz.
Über Dr. Roland Ottmann
Roland Ottmann ist Gründer der Ottmann & Partner GmbH Management Consulting (www.ottmann.de) und gilt als ausgewiesener Experte für Projektmanagement. Er studierte Maschinenbau sowie Betriebswirtschaftslehre (MBA) und promovierte zum Dr. Phil. an der Ecole Supérieure de Commerce – Lille et Paris. Seit 1985 sammelte er praktische Erfahrung im Projektmanagement als Projekt- und Programmleiter, Berater, Trainer (u.a. für das 4 Level Qualifizierungskonzept der IPMA International Project Management Association) und Coach für Projekt- und Programmmanager. 1996 initiierte er den Deutschen Projektmanagement Award und 1998 den International Project Management Award.